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Berlin:
Das "Rubirosa" - Sabor Interlatino oder Genuss lateinamerikanisch


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Porfírio Rubirosa gilt als der Inbegriff des lateinamerikanischen Lebemanns. Stets die schönen Dingen des Lebens genießend, war der Dominikaner weltbekannt für sein Leben im Luxus, seine Liebe zu schönen Frauen und seine Leidenschaft für schnelle Autos. Zahllose Schlagzeilen in den Zeitungen der 1930er, 1940er und 1950er Jahre machten ihn als den "Latin Lover" und "letzten echten Playboy" legendär.

Was liegt also näher, als ein Ort sinnlichen Genusses eben "Rubirosa" zu nennen, zumal wenn neben dem Gaumen auch das Gehör verwöhnt wird. Das Restaurant "Rubirosa" im Berliner Bezirk Schöneberg bietet ausgewählte lateinamerikanische Küche und begeistert seine Gäste immer wieder einmal auch mit bester Latino-Livemusik verschiedener Stilrichtungen. Eine Cocktailbar rundet das Angebot ab. Ins Leben gerufen wurde das "Rubirosa" von Henry Wolff. Der gebürtige Kolumbianer ist seit langem in Berlin heimisch, über 10 Jahre betrieb er bereits das "El Barrio". In diesem bekannten Club sind nahezu alle Künstler zu Gast gewesen, die in der südamerikanischen Musik Rang und Namen haben. Colores Latinos (CL) sprach mit Henry Wolff über das "Rubirosa":

CL: Nach erfolgreichen Jahren "El Barrio" nun das neue Projekt mit dem Restaurant "Rubirosa", gibt es Gemeinsamkeiten?

Henry Wolff: Ich bin sehr anspruchsvoll und kritisch gegenüber dem, was ich meinem Publikum, meinen Gästen anbiete. Sowohl bei den Künstlern wie auch im Restaurant. Im "El Barrio" kamen nur wirklich gute Leute auf die Bühne. Bevor ein Künstler aufgetreten ist, habe ich mir Demos angehört und erst dann entschieden, ja OK, wir machen den Vertrag. Dabei habe ich mich nur einmal in den 10 Jahren vom "El Barrio" getäuscht. Eine Gruppe hat mir eine wunderbare Präsentation und Demo geliefert. Aber ihr Auftritt war das genaue Gegenteil! Ich habe mir ein Lied angehört. Und nach dem zweiten Lied habe ich sie von der Bühne gebeten. Es klingt hart, aber ich musste so handeln: aus Liebe zur Musik, eben zu den Dingen, die mir am Herzen liegen. Für das "Rubirosa" gilt das gleiche. Hier im Restaurant arbeiten meine "Künstler" in der Küche und im Service. Und ich bin hier nicht weniger anspruchsvoll als bei der Musik: so haben wir beispielsweise fünf Monate gebraucht, um den richtigen Koch zu finden.

CL: Wer kocht denn am besten in Südamerika? Was bietet das "Rubirosa"?

Henry Wolff: Meine Frau ist Peruanerin, für sie ist die Küche Perus die beste. Und Peru als Vater des "Ceviche" (köstlicher, mit Limettensaft marinierter Fisch) ist natürlich ein wichtiger Teil unseres Angebots. Aber es gibt auch in den anderen Ländern gute Gerichte, in Kolumbien zum Beispiel den "Sancocho" (karibischer Fisch- oder Hühnereintopf) und dort dies und dort das. Wir haben ein Koch aus Peru, eine Köchin aus der Dominikanischen Republik und eine Köchen aus Kuba. So bieten wir die besten Gerichte aus ganz Lateinamerika an: "Cocina interlatina" sozusagen.

CL: Ihre Gäste sind sowohl hier lebende Südamerikaner als auch viele Berliner. Was schmeckt den deutschen Gästen des "Rubirosa" am besten?

Henry Wolff: Die Deutschen kennen manche Gerichte wie würzig zubereiteten Rindermagen ("Panza") oder eingelegtes, gegrilltes Herz ("Anticucho") noch nicht. Natürlich ist nicht alles jedermanns Geschmack, dass muss man respektieren. Aber wir versuchen, sie für diese leckeren Speisen zu begeistern. Und gerade "Anticucho" wird von unseren deutschen Gästen mittlerweile sehr gerne gegessen. Beliebt ist auch "Pollo con Mango" (Huhn in Mangosauce) und natürlich unsere "Bandeja Rubirosa": ein zartes Rinderfiletsteak mit roten Bohnen, begleitet von Reis und Salat. Das besondere an der "Bandeja" sind die Bohnen, die auf kolumbianische Art und Weise zubereitet werden: mit fein geschnittenen Kochbananen verfeinert haben sie einen unvergleichlichen Geschmack.

CL: Was macht eine gute südamerikanische Küche aus?

Henry Wolff: Unsere lateinamerikanische Küche ist sehr reichhaltig und sehr gesund. Für die meisten Rezepte ist Qualität und Frische der Ausgangsprodukte entscheidend, 70 % der Zutaten müssen frisch auf den Tisch kommen. Ist etwas nicht in der notwendigen Qualität oder Frische zu erhalten, kann es im Restaurant vorkommen, das ich einem Gast lieber sage: "Hör mal, es tut mir leid, heute kann ich Dir dieses Gericht nicht anbieten" als ihm dieses Gericht nicht in unserer gewohnten Qualität anbieten zu können. Wir legen sehr viel Wert auf gute, authentische Gerichte.

CL: Südamerikanische Küche benötigt viele Zutaten, die hier nicht sehr alltäglich sind, z.B. Kochbananen, Maniok, Yucca, Gewürze, um nur einige zu nennen. Woher erhält das "Rubirosa diese Produkte?

Henry Wolff: Wir haben zwei, drei spezialisierte Lieferanten, über die wir gerade die frischen Waren beziehen. Auch gibt es in Berlin im Vergleich zu vor 20 Jahren nun viele Produkte, an die früher nicht zu denken war. Manchmal haben wir etwas Mühe, bestimmte Gewürze zu beschaffen, wie z.B. bestimmte scharfe Paprikaschoten z.B. für das "Ceviche". Dann bitten wir Freunde, die nach Peru reisen oder von dort aus Deutschland besuchen, uns ein, zwei Kilo von dem ein oder anderen Gewürz mitzubringen.

CL: Was macht den Erfolg des "Rubirosa" aus?

Henry Wolff: Unsere Philosophie ist authentisch. Ich kann nur überzeugend repräsentieren, was mir am Herzen liegt. Ich bin 100 % Latino und das "Rubirosa" steht für echte, authentische lateinamerikanische Küche. Und das lernen immer mehr Menschen zu schätzen.

  Kurzinfo zum Restaurant "Rubirosa"

Rubirosa – Restaurant und Cocktailbar
Badensche Str. 35
10715 Berlin

Öffnungszeiten: Montag – Sonntag 12:00 – 24:00 Uhr
Reservierungen unter Tel.: 030 – 84315600

Auf der Speisekarte stehen ausgewählte, traditionelle Speisen aus ganz Lateinamerika für den Latino-Gourmet. Die Preise für Hauptgerichte liegen zumeist zwischen 6,50 EUR und 15,00 EUR.

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