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Slum-Thriller mit Goldenem Bären - Kinostart von "Tropa de Elite"
Erst schießen, dann fragen, dann foltern! Um es gleich vorwegzunehmen, José Padilhas Film „Tropa de Elite“ ist wirklich „nichts für Kreuzberger und andere Leute, die schon hysterisch 'Polizeistaat!' schreien, wenn harmlose dicke deutsche Polizisten einen Dealer verhaften und in den Schwitzkasten nehmen“ (Matthias Heine, Die Welt).



Atemlos erzählt der Film vom rücksichtlosen Kampf der BOPE, eine Spezialeinheit der brasilianischen Militätpolizei, gegen die Drogenmafia in Rios Favelas. Man ist sofort mitten drin im Kugelhagel, wilde Schnitte wechseln zwischen Exekutionen, Razzien und Folterszenen. Dazwischen immer wieder die Angst und die Panik in den Gesichtern der Gangster, der Uniformierten und ihrer Familien. Alltäglicher Wahnsinn, eingefangen mit einer wackeligen Kamera, unterlegt mit dem „Rap das Armas“ – dem Waffen-Rap.

Tatsächlich wollte Regisseur Padilha erst einen Dokumentation über den erbarmungslosen Krieg zwischen Dealern und Staatsmacht drehen. Mafia und Polizei verweigerten die Zustimmung. So wurde ein Spielfilm draus. Wie bei jedem guten Polizeifilm gehören jede Menge Testosteron und Blut zu den Hauptzutaten. Und natürlich fehlen auch die aufrechten Männer nicht, die trotz Gewalt, Mord und Korruption unbeirrt an das Recht glauben.

Der Streifen kommt dennoch der Realität in den Elendsvierteln unterm Zuckerhut recht nah. Zu nah wohl für die Führung der echten BOPE. Die hatte versucht, den Film verbieten zu lassen. Sie scheiterten! Zum einen lag das an den Tausenden von Raubkopien, die schon vor dem offiziellen Erscheinen des Films den Schwarzmarkt überfluteten. Zum anderen am Erfolg des Films! Überraschend gewann „Tropa de Elite“ den Goldenen Bären bei der Berlinale 2008. Nun behauptet die BOPE-Oberen nun: „Alles korrekt dargestellt – bis auf die Folterszenen!“ Regisseur Padilha Kommentar dazu: „Die lügen!“

Weder verherrlicht „Tropa de Elite“ die Gewalt noch verurteilt er sie. Padiljas Film zeichnet ein wirklichkeitsnahes Bild vom brutalen Drogenkriegs in Rios Straßen und den darin wie auch immer verwickelten Menschen. Und schockiert damit den Zuschauer. Jeder, der den Film gesehen hat, stellt sich die Frage: Kann man Gewalt erfolgreich mit Gegengewalt bekämpfen?

„Tropa de Elite“ kommt ab dem 06.08.2009 in die deutschen Kinos. Manche Lichthäuser zeigen den Film auch in seiner Originalversion (portugiesisch) mit deutschen oder englichen Untertiteln.

Die Handlung (Quelle: Kino Central, Berlin)

Captain Nascimento (Wagner Moura), Chef des BOPE, der Elitetruppe der brasilianischen Militärpolizei, ist am Ende. Immer häufiger überfallen den Polizisten während seiner Einsätze im Kampf gegen den Drogenhandel in den Elendsvierteln von Rio aus heiterem Himmel Panikattacken. Die brutalen Einsätze übersteht der Offizier nur noch mit Hilfe von Beruhigungstabletten. Seine junge Frau erwartet ein Kind von ihm und drängt ihren Mann, den gefährlichen Job endlich aufzugeben. Seine Entlassung, um die Nascimento daraufhin tatsächlich bittet, wird ihm allerdings nur gewährt, wenn er einen adäquaten Nachfolger präsentieren kann.

Die seit Kindertagen befreundeten Polizisten Neto (Caio Junqueira) und Matias (André Ramiro) leiden unter der alles erstickenden Korruption in ihren Einheiten und bewerben sich beide für den Posten bei der Elitetruppe. Einer von ihnen soll Nascimentos Nachfolger werden. Aber wer, das muss erst ein extrem hartes Auswahlverfahren ergeben, in dem die Kandidaten auf Herz, Ehre und Durchhaltevermögen geprüft werden...
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