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Poesiefestival: Latinale 2010 - Kleine Unfälle inbegriffen
Bereits zum fünften Mal startet am kommenden Samstagpräsentieren die Latinale-Karawane. Junge lateinamerikanische DichterInnen aus acht Nationen präsentieren ihre kraftvolle Poesie gleich in einer ganzen Reihe von Lesungen, Performances, Gesprächen und Konzerten zwischen dem 6. und 12. November in Berlin.
Tourte man in den letzten vier Jahren noch quer durch Deutschland, sind diesmal alle Veranstaltungen in der Hauptstadt. Mobil bleibt die Latinale trotzdem: das Festival macht Stationen an verschiedenen Orten, z.B. dem Instituto Cervantes, dem Ibero-Amerikanischen Institut oder im Kunstcafé Alice Gryphius. Dort werden 14 hochtalentierte DichterInnen aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Guatemala, Mexiko, Peru und Uruguay ihre Werke vorstellen und einen tiefen Einblick in die spannende und vielschichtige Lyrikszene Mittel- und Südamerikas geben – kleine Unfälle und das Ende des Imperiums inbegriffen. Gespannt sein darf man dabei u.a. auf die hochgelobte chilenische Autorin Lina Meruane, die Gedichte aus ihrem preisgekrönten Roman "Fruta Podrida" vortragen wird.
Aber nicht nur durch die Stimme kann Poesie sich frei entfalten, auch durch Musik, Tanz und Theater oder einer kunstvollen Kombination dieser Künste lassen sich die Bilder der Sprache projizieren und in ihrer Größe und Wirkung vervielfachen – die in Frankreich lebende Peruanerin Milagros Salcedo wird das in ihrer Performance „Soundtracks und andere Beschwörungswege“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. Erstmalig findet im Rahmen der Latinale auch ein Konzert statt – ein Rap-Konzert natürlich muss es bei diesem wortgewaltigen Festival sein. Aber ein außergewöhnliches: Der Guatemalteke Lucio Yaxon überwindet mit seiner Sprechmusik Barrieren - sprachliche – er rappt im indigenen Maya-Kakchiquel und in Spanisch – wie politische und soziale: die Texte zu seinen harten Beats erzählen vom Leiden im Bürgerkrieg und der nie verblühenden Hoffnung auf ein besseres Leben. Wie intensiv die unterschiedlichsten Formen der Poesie die Menschen vom Rio Grande bis nach Feuerland bewegt, kann man bei den Präsentationen lateinamerikanischer Literaturzeitschriften feststellen, die ebenfalls Bestandteil des Festivals sein werden. Fast schon traditionell rundet ein Übersetzungsworkshop an der Freien Universität das Programm der Jubiläums-Latinale ab. Die einzelnen Veranstaltungstermine entnehmen Sie bitte dem Alavia-Kulturkalender aufgeführt, hier nur eine Übersicht über einige der Highlights:
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