| Der Jarabe ist eine der ältesten Formen des Mariachi-Gesangs. Die Musiker kombinierten die beliebtesten Lieder und Kompositionen ihrer Stadt oder Region einfach zu einem Medley – daher auch der Name Jarabe - zu Deutsch: „süße Essenz“. Typisch für diese Weise sind die vielen Tempi- und Taktwechsel. Liedtexte und Tänze (es tanzten in der Regel ein Paar oder mehrere Paare) drehten sich natürlich vor allem um das Thema Nummer 1: die Liebe. In die – recht strenge - Choreographie wurde in manchen Regionen natürlich unverzichtliches Utensil mit eingabaut: riesige Sombrero Hut
Ihren regionalen Charakter zeigt sich oft in den Beinamen, die den Jarabé-Kompositionen gegeben wurde. Als der Musiklehrer Jesús González Rubio aus der zentralmexikanischen Stadt Guadalajara Mitte des 19. Jahrhunders ein neues Medley aus verschiedenen Volksweisen komponierte, nannte er es dementsprechend “Jarabe tapatío“ – denn das Wort “tapatío“ bezeichnet etwas oder jemand, der eben aus Guadalajara stammt.
Während der mexikanischen Revolution drückten die Menschen mit den Jarabe-Liedern ihre und Unterstützung für die Revolutionäre aus – kein Wunder dass die um ihre Pfründe fürchtende katholische Kirche den Tanz als subversiv und lasziv brandmarkte.
So ist es nicht verwunderlich, das González Rubios “Jarabe tapatío“ seinen „Durchbruch“ auf einer Siegesfeier am Ende der Revolutionswirren feierte. Die eingängliche Melodie verbreitete sich schnell in Mexiko und dem Südwesten der USA und gilt seitdem als Ausdruck mexikanischer Lebensfreude.
In den 30er Jahren wurde der Jarabe tapatío als „Mexican Hat Dance“ dann Titelsong eines Broadways-Musicals, in dem eine spärlich bekleidete Frau auf der Krempe eines mexikanischen Sombreros tanzt. Einen Ausschnitt aus diesem Musical, dass natürlich außer der Melodie nur sehr wenig mit den traditionellen mexikanischen Jarabe-Tänzen gemein hat, zeigt unser Videoclip.
Titel: Mexian Hat Dance
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