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Guatemala:

Reise ins Bananenland

Mit den weißen Bananendampfern der United Fruit Company geht es ins Bananenland. Der 1950 von Willian J. Ganz auf 16mm-Material produzierte Farbfilm zeigt den Weg der beliebten goldenen Südfrucht von den Plantagen in den Tropen bis auf den Frühstücktisch in New York. Der ganz im Stile einer Reisereportage der National Geografic Society gedrehte Streifen erläutert nicht die Bananenproduktion in allen ihren Details, sondern fängt auch in einzigartigen Sequenzen das Leben der einheimischen Bevölkerung in den Erzeugerländern Mittelamerikas in den 1950er Jahren ein. Hauptdrehort ist Guatemala.
Interessant ist auch die mehr oder weniger unterschwellige Botschaft, die mit dem Film unter die Leute gebracht werden sollte: Während die spanischen Konquistadoren ihre amerikanischen Eroberungen ausplünderten, bringt die nordamerikanische United Fruit Company den Menschen in den „rückständigen“ mittel- und südamerikanischen Erzeugerländern Kaufkraft und den Lebensstandard des 20. Jahrhunderts. Entsprechend pathetisch klingt der Sprecher, doch die schönen Bilder entschädigen dafür. Ohne Zweifel ist “Journey to Bananaland“ ein überaus sehenswertes Zeitdokument.

Anzumerken bleibt, dass die filmische Selbstdarstellung der United Fruit Company in krassem Gegensatz zum tatsächlichen Wirken des heute unter dem Namen “Chiquita Brands“ operierenden Unternehmens steht. Gewinnmaximierung war stets oberste Priorität, dies wurde recht skrupellos auch gegenüber den eigenen Mitarbeitern durchgesetzt. So ließ die United Fruit Co. z.B. 1928 in Kolumbien streikende Arbeiter von der Armee zusammenschießen, in Mittelamerika war die Gesellschaft in zahlreiche politische (und z.T. blutige) Ränkespiele involviert und in der kolumbianischen Bananenregion Urabá finanzierte ein Tochterunternehmen Chiquitas paramilitärische Todesschwadrone. In vielen Erzeugerländern sind durch den langjährigen Einsatz giftiger Pestizide in den empfindlichen Pflanzungen nicht nur Umweltschäden zu beklagen, sondern es wurden auch viele Plantagenarbeiter vergiftet. Nur selten erhielten die Betroffenen ausreichend Hilfe und Unterstützung durch das Unternehmen.

Filmdaten:

Titel: Journey to Bananaland
Produzent: William J. Ganz Co.
Sprache: Englisch
Filmdauer: 20:42 Minuten

(Quelle: Prelinger Archives, New York)

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