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Patagonien:
Bambis Wald

Teil 1: Bambis Wald

Auch mehr als 60 Jahre nach seiner Uraufführung verzaubert Walt Disneys Meisterwerk „Bambi“ jung und alt. Der Film erzählt einfühlsam Bambis Weg vom neugierigen, tapsigen Kitz zum stattlichen Hirschen. Er lässt den Betrachter teilhaben an den Abenteuern, die Bambi und seine Freunde, das aufgeweckte Kaninchen Klopfer und das etwas schüchterne Stinktier Blume, in ihrem Wald erleben. Die eindrucksvolle und sehr liebevolle Animation der üppigen Natur haben diesen Zeichentrickklassiker auch zu einem „echten“ Naturerlebnis gemacht. Mit „Bambi 2 – Der Herr der Wälder“ kommt nun die Fortsetzung in die Kinos. Was aber kaum jemand weiß: Bambis Geburtsort soll mitten in Patagonien liegen.

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Im Nordwesten des argentinischen Teils von Patagonien liegt ein großer, tiefblauer See – der Lago Nahuel Huapi. Er ist eingebettet in eine liebliche Landschaft mit üppigen Wäldern, zahlreichen weiteren Seen und Flüssen und den alles überragenden, schneebedeckten Bergkuppen der Anden. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit den alpinen Landschaften Europas wird diese Region auch die „Argentinische Schweiz“ genannt.

Lang gestreckt erhebt sich in der Mitte des Nahuel Huapi-Sees die Insel Victoria. Sie ist bekannt für ihren enormen Wildreichtum, vor allem an Rot- und Axishirschen. Doch Victoria und die am anderen Seeufer gegenüber liegende Halbinsel Landzunge Quetrihué bergen noch einen weit größeren Schatz: einen seltsamen, urtümlichen Wald. Er besteht fast nur aus zu den Myrtengewächsen gehörenden Arrayán-Bäumen.

Jeder, der diesen Wald betritt, wird augenblicklich von einer fast unwirklich anmutenden Stimmung eingefangen. Das sanft mit dem Wind tanzende Schattenspiel der durch das dunkelgrüne Laub fallenden Sonnenstrahlen taucht alles in eine warmes, magisches Licht. Die glatten, kapriziös gewundenen Stämme der Arrayánes schimmern in allen erdenklichen Zimt-, Braun- und Ziegelrot-Tönen. Man fühlt sich wie verzaubert. Ein Schauer jedoch läuft demjenigen über den Rücken, der jetzt einen der Stämme berührt: sie sind eiskalt.

Genauso soll es Walt Disney ergangen sein. Eingeladen von Antonio Lynch reiste Walt Disney 1942 nach Argentinien. Er befand sich damals mitten in den Arbeiten zu „Bambi“. Lynch war zur damaligen Zeit Eigentümer von Quetrihué und hatte dort inmitten des „Zauberwaldes“ ein einfaches Blockhaus als Teehaus und Sommerfrische errichtet. Es wird erzählt, dass Disney lange Zeit in diesem Blockhaus verweilte. Immer wieder zog es ihn in die geheimnisvollen Myrtenwälder auf Victoria und Quetrihué. Diese Streifzüge - so die Legende – inspirierten Disney letztlich zu den Vorstellungen und Bildern, die „Bambi“ zum Welterfolg machten. Und so wird dieser wundervolle Kinderfilm wohl auch noch in 100 Jahren seine Zuschauer auf eine zauberhafte Reise in eindrucksvolle Natur mitnehmen, eine Reise in Bambis Wald.

Teil 1: Bambis Wald
Teil 2: Der Arrayán-Baum
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