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Peru:
Das Rätsel von Nazca

Von Sven Hoch

Teil 1: Vom Himmel gesehen

Ein kleines Flugzeug fliegt in den späten 1920ern von Lima gen Süden. Für die Insassen ist es ein eintöniger Flug: steuerbords erstrecken sich die Weiten des Pazifiks, direkt unter dem Flieger und backbords ist Stunde um Stunde nur eine gelbbraune, steinige Wüste zu sehen. In der Ferne sind vielleicht die von Nebel und Wolken umhüllten Gebirgszüge der Cordillera Occidental zu erkennen. Nur ab und zu erfreut eine Oase oder einen halbwegs fruchtbar erscheinendes Tal das Auge.

 
  Fast vom Wüstensand bedeckt sind die Gräben dieser Figur unweit der Panamericana bei Nazca. (© Galyna Andrushko, Fotolia)

Der Ica-Fluss ist bereits überflogen, unter der Maschine breitet sich nun eine extrem trockene, ja lebensfeindliche Hochebene zwischen Pazifik und Anden aus: die Pampas de Jumana y San José. Der kleine abgelegene Ort Nazca ist jetzt nicht mehr weit entfernt. Der Pilot schaut zermürbt hinunter auf das durstige Land. Doch halt - was ist das? Plötzlich sind seltsame Linien, Kreise und Drei- und Vierecke am Boden da unten zu erkennen – mal schemenhaft, dann ganz klar und deutlich. Kilometerweit scheinen sie sich zu ziehen, überspringen unbeeindruckt Höhen und Senken. Die Maschine kreist über den seltsamen Erscheinungen. Glücklicherweise haben sie eine Kamera an Bord. Der Mechaniker macht Aufnahmen. vielleicht findet man später jemanden, der des Rätsels Lösung weiß.

Tatsächlich ist bereits 1926 der peruanische Archäologe Toribio Mejia Xesspe auf die mysteriösen Gräben gestoßen, die in Felsen und Sand der Pampas bei Nazca gegraben worden waren. Zusammen mit Julio Tello veröffentlicht er 1927 den ersten Bericht. Die beiden Peruaner halten die Artefakte für Überbleibsel heiliger Inka-Stätten, an denen die Priester der Sonnekönige geheimnisvolle Zeremonien vornahmen. Doch heute weiß man, dass die Inkas noch gar nicht existierten, als diese Geoglyphen (Erdzeichnungen) erschaffen wurden. Man schätzt, dass die ältesten Linien und Figuren bereits mehrere Jahrhunderte vor der Zeitenwende entstanden sind. Meji Xesspe und Tello schenken diesem Ort nicht mehr viel Aufmerksamkeit, für sie gibt es im Peru jener Zeit viele Forschungs- und Ausgrabungsprojekte, die ihnen interessanter erscheinen.

Teil 1: Vom Himmel gesehen
Teil 2: Das größte Astronomie-Buch der Welt
Teil 3: Die die Bilder wieder zum Leben erweckt
Teil 4: Linien in Gefahr
Teil 5: Landebahn der Götter
Teil 6: Des Rätsels Lösung?
Teil 7: Geschichtlicher Hintergrund: Die Nazca-Kultur
Reiseinfos und interessante Links zum Thema
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