Kolumbien: Kaffee statt Rosenkränze - oder wie der Kaffee nach Kolumbien kam
Teil 1: Von Afrika nach Südamerika
“Café de Colombia“ – Kaffee aus Kolumbien
ist für viele Kenner der Inbegriff echten Kaffeegenusses. Die Pflanze,
aus deren gerösteten Samen dieses köstliche, heiß begehrte
Getränk bereitet wird, stammt eigentlich aus Afrika.
Als ursprüngliche Heimat des Kaffees gilt die äthiopische
Provinz Kaffa. Hier isst man “Kaffee“: die gesamte Frucht wird
zu einem Brei verarbeitet, die Speise soll belebend wirken. Mit Sklavenhändlern
gelangt der Kaffee irgendwann nach Arabien. Spätestens im 15. Jahrhundert
lernen die Araber, die Bohnen zu rösten, zu zerkleinern und mit heißem
Wasser zu überbrühen - die eigentliche Kultivierung von Kaffee beginnt.
Die unzähligen Pilger, die das Moslem-Heiligtum in Mekka besuchen, verbreiten
die Kunde von dem neuen Getränk rasch. Nach der Eroberung Arabiens bringen
die Osmanen den Kaffee bis in den letzten WInkel ihres Herrschaftsbereiches.
Mit den vor Wien gescheiterten türkischen Eroberungszügen findet
die braune Bohne schließlich Eingang in den mitteleuropäischen Kulturkreis.
Der Kaffeeanbau bleibt jedoch jahrhundertelang unter der Kontrolle jemenitischer
Araber. Sie überwachen die Verschiffung
der Kaffeebohnen im Hafen Mocha streng. Die Ausfuhr von fruchtbaren Pflanzen
ist bei schärfsten Strafen verboten.
Fotogalerie zur Story - Mit 10 Fotos - Bitte auf Fotos klicken!
Ende des 17. Jahrhunderts wird das belebende Getränk in Europa
immer beliebter. Das Kaffeetrinken ist zunächst noch dem Adel vorbehalten,
dann beginnt sich in den Städten eine bürgerliche Kaffeehauskultur
zu entwickeln.
Schließlich bieten sogar Straßenverkäufer Kaffee an.
Mit der steigenden Nachfrage nach Kaffee wird eine Ausweitung
der Produktion immer dringender. Die Europäer versuchen, dass arabische Kaffeemonopol
mit geschmuggelten Pflanzen aufzubrechen. Die Versuche der Botaniker, die Pflanze
in Europa zu kultivieren, scheitern jedoch. Anfang des 18. Jahrhunderts beginnen
die Europäer damit, Kaffeebäume in ihren tropischen und subtropischen
Kolonien anzupflanzen. Die Holländer machen erste Versuche mit Pflanzungen
in ihren indonesischen Kolonien. Wenig später versuchen auch die Franzosen
ihr Glück. 1723 bringt der französische Offizier Gabriel de Clieux
die ersten Setzlinge auf die Karibikinsel Martinique. Dank der intensiven Pflege
und des subtropischen Klimas gedeihen die Pflanzen dort prächtig. Bald
darauf legen die Franzosen auch Pflanzungen in ihrer Kolonie Guayana an. Schnell
gelangt von dort geschmuggeltes Saatgut in das heutige Venezuelas. Der Kaffee
ist in Südamerika angekommen.