Er duftet nach Jasmin. Seine brilliante Säure, der ausgewogenen
Körper mit süßlichen Vanille- und Karamellaromen sowie feinen
Nuancen von Zitrusfrüchten und einem intensiven, langen Abgang verwöhnen
den Gaumen des Kenners.
Dutzende von Kaffeehäusern aus der ganzen Welt boten am 12.
April 2007 mit bei der Auktion um die begehrten Bohnen, die schließlich
für
19,20 US-Dollar pro Pfund – siebzehn mal mehr als für normalen Kaffee
bezahlt wird - von zwei nordamerikanischen Kaffeeröstern ersteigert wurden.
Der teuerste Kaffee ganz Kolumbiens wächst auf einer kleinen Farm im Kreis
Suaza, Department Huila. Die Finca von Isaías Cantillo misst kaum drei
Hektar, doch hier – auf etwa 1.800 Metern Höhe in den Ausläufern
des östlichsten der drei Andenzüge, die Kolumbien von Süd nach
Nord durchziehen, herrschen perfekte Bedingungen für den Kaffee. Bäume
und Bananenstauden spenden den Kaffeesträuchern Schatten.
Aber was ist das Geheimnis dieses Kaffees? Maschinen sucht man
vergeblich auf diesem bescheidenen Anwesen, sieht man einmal von einem betagten
Motorrad ab.
Isaís Cantillo ist ein einfacher Kaffeebauer – doch er versteht
sein Handwerk. Jahrzehntelang hat er als Kaffeepflücker auf den Kaffeeplantagen
der Region gearbeitet. In einem Gespräch mit der kolumbianischen Zeitung
"El Tiempo" gibt Cantillo sein Geheimnis preis: Liebe und Geduld,
mit der er und seine Familie die Pflanzen versorgen und die Bohnen ernten.
Jeden morgen
um fünf beginnt er, die Pflanzungen zu säubern. Damit dann auch wirklich
nur die reifen Kaffeekirschen geerntet werden, kommen Cantillo keine fremden
Kaffeepflücker auf seine Finca –er vertraut bei der Ernte der roten
Früchte nur seiner Familie. Und aus den getrockneten Bohnen sucht der
Bauer immer wieder nur die besten aus.
So hatte Cantillo große Schwierigkeiten, die geforderten
2 Tonnen Bohnen für die Teilnahme am kolumbianischen Erzeugerwettbewerb
"Taza de Excelencia" rechtzeitig abzuliefern. Erst am letzten Tag
der Anmeldefrist war ausreichend Kaffee zusammen. Die Mühe hat sich gelohnt:
gegen die Produkte mehrerer hundert Kaffeeproduzenten setzte sich Cantillos
Bohnen durch
und gewannen den ersten Preis – und damit die Eintrittskarte für
die Teilnahme an der internationalen Auktion. Dort avancierte der Kaffee aus
Suaza, Huila, bekanntermaßen zum teuersten Kaffee Kolumbiens.