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Bolivien:
Der Friedhof der Züge

Teil 1: Weißes Juwel in den Anden

 
 

Zweifarbenwelt aus Blau und Weiß: der Salar de Uyuni in den bolivianischen Anden, eine der größten Salzseen der Welt.
(© Lorenzo Puricelli, Fotolia)

Hier oben gibt es nur zwei Farben: das tiefe Blau des Himmels über unseren Köpfen und das strahlend helle Weiß der endlosen Salzfläche unter unseren Füßen. Bei genauem Hinschauen erkennen wir, dass die Oberfläche der Salzkruste nicht eben ist sondern sich aus unendlich vielen, kleinen Waben zusammensetzt. Nur manchmal unterbrechen dunkle, mit Kakteen bewachsene Felseninseln diese Zweifarbenwelt. In der Ferne erheben sich schemenhaft fast 6.000 Meter hohe, schneebedeckte Berggipfel und Vulkane. Nachts im Mondlicht schimmert das Salz im zarten Violett und bildet mit dem mitternachtsblauen Nachthimmel eine surreal anmutende Landschaft.

Es ist ein echtes Juwel der Natur, das da im Südwesten Boliviens im gleißenden Licht der Höhensonne glänzt. Auf der andinen Hochebene, dem Altiplano, liegt hier auf mehr als 3.600 Höhe der “Salar de Uyuni“, eine der größten Salzseen der Welt.

 

Das Mondlicht verzaubert die Salar de Uyuni bei Nacht. (© Michel Forest, Fotolia)

 
   
 
Die Isla de Pesca ist die bekannteste Felseninsel im Salzsee “Salar de Uyuni“. Sie ist mit hohen Kakteen bewachsen.
(© Tanguy Prouvost, Fotolia)
 
   
 
Noch immer ist der Salzabbau in der „“Salar de Uyuni“ ein wichtiger Wirtschaftszweig im Südwesten Boliviens. (© Russ Pearce, Fotolia)
 

Er ist wahrhaft gigantisch: in Ost-Westrichtung beträgt seine größte Ausdehnung mehr als 130 km, von Norden nach Süden sogar mehr als 160 km. Insgesamt bedeckt der “Salar de Uyuni“ eine Fläche von mehr als 11.000 Quadratkilometern. Seine Salzkruste ist bis zu 7 Meter dick, insgesamt sollen mehr als 10 Milliarden Tonnen Salz hier liegen.

Das Klima rund um diesen Salzsee ist kalt und trocken, die Böden karg. Landwirtschaft ist kaum möglich. Die einzige, natürliche Einkommensquelle für die Indios vom Aymara-Volk, die hier siedeln, ist das Salz, das weiße Gold der Region. Seit Urzeiten brechen die Aymara mit ihren Lama-Karawanen auf, um das frische Salz vom Salzsee zu holen und an Händler weiterzuverkaufen. Das Wort “Uyuni“ bezeichnet in der Aymara-Sprache den Ort, an dem sie sich mit ihren Lasttieren versammeln. Heute haben zwar vielerorts Lastwagen die Lamas ersetzt, den Ort “Uyuni“ gibt es aber noch immer.

Das Städtchen Uyuni liegt am Ostufer des nach ihm benannten Salzsees, 12.000 Menschen leben hier. Es scheint ein einsamer, staubiger, trostloser Ort in der Mitte von Nirgendwo zu sein, umgeben von einem bunten Ring aus achtlos weggeworfenem Plastik- und Sperrmüll. Doch welche Überraschung: in der Ortsmitte reiht sich ein Reisebüro an das andere. Uyuni ist der Ausgangspunkt für Exkursionen zu den Naturschönheiten in der weiten Ebene der Salzsees. Mittlerweile hat der Tourismus sogar dem Salz als wichtigster Wirtschaftzweig den Rang abgelaufen.

Teil 1: Weißes Juwel in den Anden
Teil 2: Der Friedhof der Züge
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