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20.08.2009
Peru:

Illegale Abholzung in Indígena-Gebiet

Neue Luftbilder belegen, dass illegale Holzfäller in einem Reservat in der peruanischen Amazonasregion tätig sind, das für bisher unkontaktierte und daher sehr verletzbare Indigene bestimmt ist.

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Insgesamt wurden vier Holzfällercamps in dem Schutzgebiet im Südosten Perus entdeckt. Das Reservat wurde 1997 eingerichtet, um das unkontaktierte Volk der Murunahua zu schützen. Die Anwesenheit illegaler Holzfäller in dieser Region machte bereits im Mai 2008 weltweit Schlagzeilen, nachdem die brasilianische Regierung behauptet hatte, die Holzfäller vertrieben die unkontaktierten Indigenen von Peru ins benachbarte Brasilien. Perus Regierung stritt stets ab, etwas von der Anwesenheit der Holzfäller in dem Reservat zu wissen und ließ kürzlich verlauten, es gebe keinen Beweis dafür, dass die Indigenen über die Grenze fliehen.

“Es scheint, als seien alle vier Camps aktiv. Illegale Abholzung ist eine ernste Bedrohung für die Indigenen, die in dieser Region leben. Diese bisher unkontaktierten Menschen sind nicht nur in hohem Maße anfällig für Krankheiten, denen sie durch den Kontakt mit anderen Personen ausgeliefert sind, es gibt auch eine lange Geschichte gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Holzfällern,“ sagte Chris Fagan, ein Umweltschützer der US-amerikanischen Organisation Round River Conservation Studies, der die Fotos machte. Einige Murunahua sind Mitte der 1990er Jahre mit Holzfällern in Kontakt gekommen. Offenbar starb ein Großteil dieses Volkes in Folge dieses Aufeinandertreffens. Einer der Überlebenden berichtete einem Aktivisten der für die Rechte indigener Völker eintretenden Nichtregierungsorganisation “Survival International“, was passierte: “Wir verließen den Wald, nachdem die Holzfäller Kontakt mit uns aufnahmen. Zu diesem Zeitpunkt überfiel uns die Krankheit. Sie tötete die Hälfte von uns.“

Angesichts der vorliegenden Beweise über den illegalen Holzeinschlag in dem Reservat forderte der Direktor von Survival, Stephen Corry, die peruanische Regierung erneut auf, die Holzfäller zu stoppen und die bedrohten indigenen Völker zu schützen. Ob Perus neoliberaler Präsident Alan Garcia das tun wird, ist mehr als fraglich. Garcia setzt auf Wirtschaftswachstum, koste es was es wolle. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen des Landes hat dabei oberste Priorität. Das Schicksal und die Rechte indigener Gruppen scheint für Garcia und die verantwortlichen Minister dabei keine Rolle zu spielen. Mehrfach ließ die Regierung ihre “Sicherheitskräfte“ mit Waffengewalt Proteste von indigenen Gruppen aufgelösen, die ihren gesetzlich festgelegten Rechte auf ihr Land einforderten und gegen die Ausbeutung und Zerstörung ihres Lebensraumes protestierten. Dabei gab es zahlreiche Tote unter den Indigenen.

Quelle: Survival International

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