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18.08.2009
Deutschland:

Kino: Schreib mir - Postkarten nach Copacabana

Vögel, die nicht fliegen können, ein Glücksgott, der Zigaretten raucht, Heiligenfiguren, die auf dem Kopf stehen, Knödel, die nicht gegessen werden, eine großartige Landschaft, in der sich Menschen verlieren und finden, ein Hotel, das entstehen soll: Das sind die Zutaten zu einem phantastischen neuen Film, der die Zuschauer vom ersten bis zum letzten Bild in seinen Bann zieht.

Alfonsina (Júlia Fortunato) verteilt ihre Adresse an Touristen, damit sie ihr Postkarten schicken.
(© Movienet)

In 4.000 Metern Höhe, an den Ufern des Titicaca-Sees liegt der kleine, bolivianische Ort Copacabana. Fast am Ende der Welt und doch der Mittelpunkt von Thomas Kronthalers neuen Film (Kinostart: 20.08.2009). Dabei liegt der Anfang in München, als der abenteuerlustige Alois (Florian Brückner) sich von seinen Freunden verabschiedet und mit Koffer und Tracht in einen bayerischen See taucht. Lange wandert er unter Wasser bis er eben im Titicacasee in Bolivien wieder auftaucht. Er lächelt zufrieden. Ein Lächeln, das die bildschöne Elena (Agar Delos) ein Leben lang verzaubern wird. Hier in Copacabana ist der Ort, an dem er glücklich werden wird – mit der indianischen Apothekertochter.

Vor vielen Jahren stieg am Ufer von Copacabana der abenteuerlustige Alois (Florian Brückner) aus München in seiner bayerischer Tracht aus den Fluten des Sees. Er lächelt zufrieden. Ein Lächeln, das die bildschöne Elena (Agar Delos) ein Leben lang verzaubern wird. Hier in Copacabana ist der Ort, an dem er glücklich werden wird – mit der indianischen Apothekertochter.

Viele Jahre später, nach dem Tod ihres blonden Märchenprinzen, lebt Elena noch immer in den südamerikanischen Anden. Zusammen mit ihrer feurig-schönen, bereits verwitweten Schwiegertochter Rosa (Carla Ortiz) und deren 14-jähriger Tochter Alfonsina (Júlia Hernández). Das junge Mädchen wächst auf in einem kulturellen Gemenge aus deftig bayerischer Küche und Dirndl-Tradition, bolivianischer Naturreligion und christlicher Autosegnung. Während Großmutter Elena regelmäßig mit ihrem Alois im Jenseits plauscht und dabei in seligen Erinnerungen schwelgt, verliebt sich Rosa Hals über Kopf in den windigen Geschäftsmann Felipe (Salvador del Solar). Der aber ist nur interessiert an der Familienapotheke, die er kaufen und zu einem Nobelhotel umfunktionieren will.

Auch Alfonsina sehnt sich nach Zuwendung, nach Verständnis und nach einem Verehrer, der es ehrlich mit ihr meint. Umso mehr schmerzt es sie, dass Tere mit einem vergnügungssüchtigen Machotypen schläft und plötzlich vom Heiraten träumt statt – wie bisher – vom Reisen in andere Kontinente. Alfonsina fühlt sich im Stich gelassen – von ihrer besten Freundin ebenso wie von ihrer bisweilen selbstsüchtigen Mutter. Darüber können auch die Postkarten nicht hinwegtrösten, die ihr Touristen schicken. Im Gegenteil. Die Bilderbuchmotive aus aller Welt verstärken noch ihr tiefes Bedürfnis nach eigenen Erfahrungen und eigenen Erlebnissen.

Da taucht der Münchner Ornithologie-Student Daniel (Friedrich Mücke) in Copacabana auf. Fast scheint es so, als wiederhole sich für Alfonsina die Liebesgeschichte der Großmutter. Zumal ihr neuer Schwarm dem Großvater täuschend ähnlich sieht. Die Götter indes haben einen eigenen Lebensentwurf für Alfonsina vorgesehen und Daniel lediglich geschickt, um ihr dafür die nötigen Flügel zu verleihen. All ihren Mut zusammennehmend durchschreitet sie schließlich den Titicacasee, um an dem Ort wieder aufzutauchen, an dem sie glücklich werden wird.

Ein zauberhafter Film über Wehmut, Enttäuschungen und Verrat - aber auch über Würde, menschliche Wärme und eine Liebe, die am Ende Raum und Zeit überwindet. Perfektes Sommerkino, das einlädt ein wenig zu träumen. Denn wer nur glaubt, was er sieht, verpasst die wirklichen Mysterien des Lebens. Ab Donnerstag, den 28. August in den Kinos - nähere Infos dazu auch in der ALAVIA.com Event-Übersicht.

Linkfoto: Movienet

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