Ein argentinisches Kulturprojekt macht in Lateinamerika und nun auch in Berlin Schule: Bücher aus Karton und Altpapier, gesammelt von den "Cartoneros". Am 10. Juli wird das wohl einzigartige Verlags- und Künstlerprojekt in Berlin vorgestellt.
Mitten in der argentinischen Wirtschaftskrise entstand 2003 in Buenos Aires der Verlag „Eloísa Cartonera“. Das soziale und kulturelle Non-Profit-Projekt produziert Bücher mit Buchdeckeln aus Karton, der den sogenannten "Cartoneros" - den Altpapier- und Kartonsammlern - abgekauft wird. Dieses Sammeln von Altpapier ist nach dem Wirtschaftskollaps für viele Arbeitslose zur einzigen Einnahmequelle geworden.
Dieses Kartonbücher-Editionsprojekt verbindet somit soziales und künstlerisches Anliegen. Die “Cartoneros” nehmen am Fertigungsprozess teil. Texte junger aufstrebender lateinamerikanischer Autoren werden zu sehr günstigen Preisen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Da jedes Buchcover individuell gestaltet und handbemalt ist, wird jedes einzelne Buch zum Kunstwerk und erhält als Unikat einen eigenen Wert. Mittlerweile gibt es auch in Chile, Paraguay, Perú und Brasilien weitere “Kartonverlage”.
Jede Menge Bücher und viele Details rund um dieses spannende Kulturprojekt "Mehr als Bücher" präsentieren das Instituto Cervantes und der Berliner Verein lalarva e.V. am kommenden Freitag, den 10. Juli, um 19:00 Uhr, in der Cervantes-Räumen in der Rosenstraße 18-19 in Berlin-Mitte (S-Bahnhof Hackescher Markt). Die Initiatoren des Projektes und Herausgeber des argentinischen Verlags „Eloísa Cartonera“, Washington Cucurto und María Gómez, sind dann natürlich anwesend. Der Eintritt ist frei.